Ein Fest für Glauben und Gemeinschaft: Fridolinsfest in Bad Säckingen

11.03.2026 | Mit Pontifikalamt, festlicher Musik und traditioneller Prozession wurde in Bad Säckingen das Patrozinium des Heiligen Fridolin gefeiert.

Patrozinium zu Ehren des Heiligen Fridolin in Bad Säckingen

Am Sonntag fand mit dem Gedenken an den Heiligen Fridolin eines der wohl bekanntesten und zugleich am aufwendigsten gefeierten Kirchenfeste der gesamten Region statt. Bereits am Freitag war der Reliquienschrein des Heiligen Fridolin zum feierlichen Hochamt im Münster ausgesetzt und am Abend wieder in seine Gruft zurückversetzt worden.

Mystischer Moment am frühen Morgen

Ein besonders mystischer Moment ist es jedes Jahr, wenn der Reliquienschrein des Heiligen Fridolin in der noch nachtdunklen Kirche aus seiner Gruft hervorgeholt wird. So war es auch am Sonntag im Anschluss an das Festgeläut. Darauf folgte die musikalisch umrahmte Pilgermesse.

Feierliches Pontifikalamt im Münster

Um neun Uhr wurde das feierliche Pontifikalamt im Münster gefeiert. Hauptzelebrant war der emeritierte Salzburger Erzabt Korbinian Birnbacher.
Schon der Einzug ins voll besetzte Münster war beeindruckend: Neben zahlreichen Ministranten und Priestern nahmen unter anderem auch Malteser Ritter sowie die Trachtengruppe Alt-Hotzenwald teil.

Die Botschaft des Heiligen Fridolin

In seiner Predigt erzählte der Erzabt die Legende des Heiligen Fridolin von Säckingen. Als Glaubensbote soll Fridolin den christlichen Glauben nach Bad Säckingen gebracht und mehrere Kirchen der Region dem Heiligen Hilarius von Poitiers geweiht haben. Dessen Statue wird traditionell auch in der Prozession mitgetragen.
Der Überlieferung zufolge erhielt Fridolin sogar Hilfe aus dem Grab: Als der Bruder des verstorbenen Ursus die Schenkungen an Fridolin für ungültig erklären wollte, soll Ursus selbst aus dem Grab erschienen sein, um Fridolin beizustehen. Mit diesem Bild ermutigte der Erzabt die Anwesenden, den von Fridolin nach Säckingen gebrachten Glauben auch heute weiterhin lebendig zu halten.

Festliche Musik im Gottesdienst

Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt durch den Münsterchor mit Solisten, Orchester und Orgel unter der Leitung von Severin Zöhrer. Aufgeführt wurde die Krönungsmesse (KV 317) von Wolfgang Amadeus Mozart.
Besonders eindrucksvoll erklang zur Gabenbereitung das Lied „Ein Haus voll Glorie schauet“.

Traditionelle Prozession durch die Innenstadt

Die anschließende Prozession durch die Innenstadt von Bad Säckingen dauerte rund eine Stunde und endete im Münster mit dem Te Deum und dem Pontifikalsegen.
Mit ihrem mittelalterlichen Flair aus bunt gekleideten Gruppen, Kreuzen, Statuen und Fahnen sowie den Musikkapellen aus der Umgebung bis hinauf in den Hotzenwald vereint die Prozession Gläubigkeit, Tradition und lebendiges Brauchtum. Zugleich ist dieser Teil des Patroziniums auch ein Publikumsmagnet für zahlreiche Besucherinnen und Besucher.

Besinnlicher Ausklang des Festtages

Am Nachmittag wurde es wieder ruhiger: Der leitende Pfarrer Peter Nicola hielt eine Vesper.
Den Abschluss des Festtages bildete um 18 Uhr eine Eucharistiefeier mit der feierlichen Rückversetzung des Reliquienschreins.
 
Karin Steinebrunner