Halleluja im Licht des Morgens

01.04.2026 | Ostergrüße von Pfarrer Peter Nicola

"Das kann einem schon unter die Haut gehen, wenn die Orgel wieder einsetzt, das Halleluja erklingt und die Glocken festlich läuten. Das ist Ostern! Jubel ohne Ende! Preis dem Todesüberwinder, der da starb auf Golgatha!
Nur merkwürdig – in den Evangelien kein Wort davon. Nichts von Jubel und Freude. Kein Osterhalleluja! Eine völlig andere Stimmung.
 
Lassen Sie mich einige Worte der Evangelien in Erinnerung rufen:

•    Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat (Joh 20,2)
•    Denn sie wußten noch nicht aus der Schrift, daß er von den Toten auferstehen musste (Joh 20,9)
•    Die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen, den Frauen, nicht (Lk 24,11)
 
Wir, die wir das Halleluja anstimmen, wenn Kirchenjahr und Kalender es vorschreiben, spüren wir eigentlich noch, was Ostern in seinem Ursprung bedeutet? Die erste Reaktion auf die Osterbotschaft war Schrecken und Entsetzen! Absolut unerwartet, gegen jede menschliche Erfahrung wird verkündet: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“ 
 
Aber genau deshalb auch in diesem Jahr: Trotz aller lähmenden Erfahrungen, trotz aller Dunkelheiten, die bleiben, feiern wir Ostern. Weil wir darauf vertrauen, dass schließlich auch uns der Auferstandene selbst begegnet und uns die Augen öffnet. Ja, wir dürfen feiern und Halleluja singen, denn kein anderer als Jesus kann uns einen Weg weisen, der wirklich vom Grab wegführt – zum Leben in Vollendung. Und deshalb, genau deshalb dürfen wir feiern und singen: Halleluja, der Herr ist wirklich auferstanden! 
 
Euch und Ihnen allen gesegnete und frohe Ostern!
Peter Nicola, Pfr.