Weitere Informationen
Beim Bau jeder neuen Orgel entsteht ein neues Musikinstrument mit eigenem Klang und einer jeweils ganz persönlichen äußeren Gestaltung. Um ein derartiges Werk entstehen zu lassen sind die unterschiedlichsten Handwerke nötig. So entsteht jedes Teil der Orgel in Handarbeit. Über die technische, künstlerische und handwerkliche Qualität hinaus spielt auch die Verwendung hochwertiger Materialien ein zentrale Rolle für die Stabilität der Klangqualität des Instruments über Jahrhunderte hinweg.
Der Orgelbau beginnt mit der Auswahl des Holzes für Gehäuse, Holzpfeifen und Traktur. Nur beste lange gelagerte Hölzer kommen zum Einsatz - Eiche für Gehäuse, Fichte für Traktur und Laden sowie Douglasienhölzer für die Holzpfeifen. Um im Bereich des Holzes nichts dem Zufall zu überlassen, beginnt der Bau unserer neuen Orgel mit dem Einkauf des Stammholzes, das in der eigenen Sägerei gesägt wird und dann über Jahre hinweg im Freien gelagert wird.
Ein zentrales Bauteil der Orgel ist die Traktur. Über dieses bei klassischen Orgeln vollständig mechanische System, wird der Druck auf Tasten oder Pedale durch ein komplexes System von Hebeln, Winkeln, Abstrakten (dünne aus Holz Fichtenholz gefertigte Leisten) und Wellen bis hin zur jeweiligen angespielten Pfeife übertragen. Dort öffnet ein Ventil der Luftstrom in die Pfeife - in Ton erklingt. Diese traditionelle Bauart ist langlebiger und präziser als jede moderne Technik. Aus diesem Grund hat sich unsere Pfarrgemeinde nach reiflicher Überlegung und vor dem Hintergrund des Zustand der alten Orgel für diese Lösung entschieden.
Neben dem Holz ist der zweite wichtige Werkstoff - und sicher der, der den meisten Menschen als erstes einfallen wird - zum Bau einer Orgel Zinn, das unterschiedlich legiert mit Blei, zur Herstellung der meisten Pfeifen verwendet wird. Auch hier spielt die Qualität des Materiales, in diesem Fall eine Metallegierung eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund beginnt die Herstellung der Pfeifen für unsere neue Orgel mit der Produktion von Zinnblech aus einer in der Orgelwerkstatt hergestellten Zinn / Blei Schmelze.
Das gegossene und gehobelte Zinnblech wird danach mit Hilfe einer Mater zum zylinderförmigen Pfeifenkörper gebogen. Anschließend wird der ebenfalls mit Hilfe einer Mater hergestellte Pfeifentrichter aufgelötet und die Zungen angebracht an denen der Ton erzeugt wird.
An dieser Stelle beginnt das klangliche Leben der zukünftigen Orgel. Die neu hergestellten Pfeifen müssen gestimmt werden. Dazu gibt es einen spezielle Arbeitsplatz, die Intonationslade, eine Art "Probeorgel" mit Gebläse, Registerzügen und einem Manual. Vor allem ist aber das Referenzregister wichtig, nach dem die Pfeifen gestimmt werden.
Nachdem die Pfeifen ihre unterschiedlichen Klangfarben erhalten haben und gestimmt sind, sind sie bereit für den Einbau. An dieser Stelle finden Zinn und Holz zusammen. Die Pfeifen werden in die paßgenauen Öffnungen der hölzernen Windführung gesteckt. Durch die Löcher gelangt die Luft nach Öffnen eines Ventils durch Tastendruck am Spieltisch in die Pfeife und erzeugt den Ton.