Abschied von Pfarrer Ivan Hoyanic

19.05.2026 |

Pfarrer Ivan Hoyanic, der Pfarrer der beiden Kirchengemeinden Höchenschwand und Häusern, ging in den Ruhestand. Bescheiden wie er immer war, wollte er ohne Pomp die Türen seiner Wirkstätten schließen und nur aus der Ferne Adieu sagen. Ohne würdevollen Abschied, fanden die Verantwortlichen der kirchlichen und politischen Gemeinden, wollen sie ihn nicht ziehen lassen.

Feierliche Gottesdienste zum Abschied

Dafür nutzten die Höchenschwander einen Wallfahrtsgottesdienst am Freitag zu Ehren der Schmerzensmutter Maria und die Häuserner eine Heilige Messe am Sonntag. „Ich wusste gar nicht, dass die Schmerzensmutter von Höchenschwand so beliebt ist“, sagte Pfarrer Hoyanic am Freitag in Höchenschwand schmunzelnd in die volle Kirche, in der er die beiden Alt- wie den amtierenden Bürgermeister von Höchenschwand, Trachtenträger wie die Trachtentanzgruppe Amrigschwand-Tiefenhäusern oder Uniformträger wie die Mitglieder der Feuerwehr, viele Vertreter von weiteren Vereinen, Gemeinderäte, das Gemeindeteam und zahlreiche Gläubigen sah.

Würdigung eines jahrzehntelangen Wirkens

Als dann die Redezeit in den Vordergrund rückte, meinte Pfarrer Jan, der einstige Seelsorgeleiter: „Fast ein Vierteljahrhundert warst du der Hirte der beiden Gemeinden. Wenn wir heute auf diese beinahe 25 Jahre zurückblicken, sehen wir ein Wirken, das tiefe Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen hat. Wer durch unsere Gemeinden geht, sieht dein Erbe: den Bau des Katholischen Gemeindezentrums, die Gründung des dazugehörenden Fördervereins, die aufwendige Renovation der St.-Anna-Kapelle in Tiefenhäusern und vieles mehr.“

Mehr als nur Gebäude und Strukturen

Doch eine Kirche bestehe nicht nur aus Mauern. „Du hast die Kolpingsfamilie Höchenschwand-Häusern ins Leben gerufen. Besonders beeindruckend war die große Zahl der Ministranten während deiner Amtszeit.“ Mit der Einführung der wöchentlichen Wallfahrtsgottesdienste habe er Höchenschwand als Ort des Gebets und der Einkehr fest verankert. „Erst im letzten Jahr durften die Gemeinden dein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern. Dass du zudem Ehrenbürger von Höchenschwand bist, ist die höchste Anerkennung, die die politische Gemeinde zu verleihen hat, und unterstreicht deine Bedeutung weit über die Kirche hinaus.“

Erinnerungsbuch als Zeichen der Dankbarkeit

Für Siegfried Vogelbacher, der auf Geschäftsreise war, wurde aus einem Schreiben vorgelesen: „Ihre Kirchengemeinde, deren Vereine und Gruppierungen, Familien und Personen, die sich mit Ihnen verbunden fühlen, bringen Ihnen mit ihren Beiträgen in einem Erinnerungsbuch Wertschätzung und Anerkennung entgegen.“ Gleichzeitig überreichte ihm Anna-Lucia Eckert, die frühere Pfarrgemeinderatsvorsitzende, das Erinnerungsbuch mit den Worten: „Immer, wenn es wichtig war, war unser Pfarrer da. Danke für die schönen Stunden, die wir im Glauben und Gebet verbunden waren.“

Dank aus der politischen Gemeinde

Im Jahr 2001, so Bürgermeister Sebastian Stiegeler, sei Hoyanic vom schönen Kaiserstuhlort Oberrotweil nach Höchenschwand gekommen. „Sie haben für unsere Gemeinde viel getan, haben Vereine unterstützt, Menschen gesegnet, Sie haben mehr als nur Kirche gemacht. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gemeinde das heutige Kinderkrippengebäude und die ehemalige Kurseelsorge kaufen konnte, ebenso, dass der Kindergarten aus der kirchlichen in die kommunale Trägerschaft überging. Sie sind ein Teil von Höchenschwand.“

Musikalischer Abschied und persönliche Worte

Auch der Kirchenchor St. Michael mit dem Chörle, die zu diesem Anlass zusammengekommen waren, sangen unter der Leitung von Gisela Satzer und begleitet von Organistin Franziska Rogg unter anderem „Möge die Straße uns zusammenführen“. Alt-Bürgermeister Werner Rautenberg meinte am Ende des Gottesdienstes: „Der liebenswerte letzte Pfarrer von Höchenschwand wird in unseren Herzen eine bleibende Heimat haben.“ Oberministrant Philipp Kaiser sagte, er habe ihn und viele andere auf ihrem Weg begleitet und geprägt. Obermesner Gerold Schmidt fügte an: „Er hat sich stark um seine Ministranten gekümmert und sich für sie eingesetzt.“

So geht es mit den Gottesdiensten weiter

Die Sonntagsgottesdienste finden künftig in Häusern um 8.30 Uhr und in Höchenschwand um 10.30 Uhr statt. Der traditionelle Freitagsabendgottesdienst wird abwechselnd in der Kirche St. Michael, in Tiefenhäusern, in Strittberg sowie in der Tagespflege in Häusern und der Seniorenresidenz in Höchenschwand gefeiert.